Brief von Pfr. Heinz Portz an die Pfarreien - Beten in Zeiten von Corona

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kevelaer
Mi 18. Mär 2020
Pfr. Heinz Portz

Not lehrt beten....

.... sagt eine alte Redensart, von deren Weisheit ich immer weniger überzeugt bin. Doch im Grunde kann nur jeder persönlich entscheiden, ob dieser Satz (für ihn/sie) stimmt. Hat mich eine bestimmte Not oder Krankheit, eine Sorge oder Angst Gott näher gebracht, mich das Beten (wieder) gelehrt?
Für uns Christen ist jede Not – und erst recht die weltweite Epidemie namens CORONA–VIRUS – Anlaß für intensives, vertrauensvolles, treues Beten.
Beten wir in diesen Tagen, Wochen, Monaten für die Erkrankten und die Infizierten, für die Sterbenden und die Todesopfer dieser Seuche und ihre Angehörigen!
Beten wir bewußt für das Heil der Seelen und das Wohl des Leibes.
Bitten und danken wir dem Herrn für Ärzte, Pflegekräfte, Forscher, Apotheker, für haupt- und ehrenamtliche Helfer bei Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehren, für alle, die in den Geschäften arbeiten, und nicht zuletzt für diejenigen, die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen.

Auf alle Familien kommen in dieser Zeit noch höhere Verantwortung, oftmals Belastungen und Herausforderungen zu. Die Sorge um die Kinder und alten Menschen ist besonders der Familie übergeben. Beten wir um die Liebe in den Familien, für Verständnis, Geduld, Opferbereitschaft und um den Beistand der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und des hl. Joseph, des Schutzpatrons der Familien.

Doch tragen wir auch die Sorgen und unserer Ängste um die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen, Familien und Betriebe vor den Herrn.

Natürlich ist es dabei heute besonders schwer, daß wir dies nicht zusammen in der hl. Messe, der Quelle und Mitte des christlichen Lebens, oder in anderen gemeinsamen Gottesdiensten tun können. Denn wegen der Corona – Virusepidemie hat der Bischof von Aachen, Dr. Helmut DIESER, mit sofortiger Wirkung alle öffentlichen Gottesdienste in den Kirchen des Bistums untersagt.

Unsere Pfarrkirchen bleiben tagsüber zum persönlichen Gebet geöffnet.

Besinnen wir uns in dieser Zeit auf das persönliche Beten in dem Wissen, daß wir hierbei nicht alleine sind. Denn die betende Kirche begleitet und stärkt uns auch hier. Beten Sie – alleine, in der Familie – den Kreuzweg, den Rosenkranz, aus der Bibel oder dem Gotteslob, im persönlichen „freien“ Gebet, in all den vielen Formen, die uns die Tradition der Kirche und der Volksfrömmigkeit schenkt.

Hilf Maria, es ist Zeit, Mutter der Barmherzigkeit!
Du bist mächtig, uns in Nöten und Gefahren zu erretten.
Denn wo Menschenhilf’ gebricht mangelt doch die deine nicht.
Nein, du kannst das heiße Flehen deiner Kinder nicht verschmähen.
Zeige, daß du Mutter bist, wenn die Not am größten ist!
Hilf Maria, es ist Zeit, Mutter der Barmherzigkeit. Amen.

Natürlich werde ich jeden Tag in der hl. Messe für Sie alle beten, ihre Anliegen im heiligsten Opfer Christi vor den Allmächtigen bringen und für ein gutes, rasches Ende dieser Krise bitten.

Auf die Fürsprache der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und des hl. Joseph segne Sie alle der allmächtige, ewige Gott
und behüte Sie vor Schaden an Leib und Seele:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

 Ihr Pfr. Heinz Portz
 

PS:
Auf Bitten des Generalvikars Dr. Andreas Frick weise ich auf seine Verfügung hin, die veröffentlichen ist unter https://www.bistum-aachen.de/Corona/

Die diesbezügliche pdf-Datei der Verfügung finden Sie im Anhang. Die darin beschlossenen Maßnahmen gelten ohne Ausnahme vom 17. März bis zunächst einschl. Weißen Sonntag, 19. April 2020. 

 

 

Verfügung des Generalvikars vom 17. März 2020