Zur Geschichte der "Martinis"

logo-der-theatergruppe--die-martinis- (c) Martinis

Bereits Anfang der 1990er Jahre gab es eine Theatergruppe um den damaligen Pastor der Pfarre, Hubert Müllers. Mit dessen Weggang löste sich jedoch das Ensemble auf.

Im Jahre 2002 formierte sich auf Initiative der damaligen Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden, Maria Mayer, eine neue Theater-Gruppe, um an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Und was lag näher, als das Stück zur Aufführung zu bringen, das es damals durch den Weggang von Pastor Müllers nicht bis vor ein Publikum geschafft hat.

Und so mischten sich „alte“ Schauspieler-Hasen von damals mit neuen Talenten und traten im Herbst 2002 im Pfarrheim in Schlich mit dem Stück „Zo Fohs noh Keevelaer“ erstmals wieder auf. Der Erfolg war so überwältigend, dass noch einmal zusätzliche Vorstellungen angesetzt werden mussten, um all den Karten-Wünschen gerecht zu werden.

Seitdem sind die jährlichen Theateraufführungen in Schlich fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Pfarre – und weit über deren Grenzen hinaus.

Es wurde ein Name – „Die Martinis“ – gefunden und ein mehr oder weniger festes Ensemble bildete sich über die Jahre. (natürlich gab es zwischenzeitlich schon mal den einen oder anderen Schauspielerwechsel)

Die Vorstellungen waren immer allesamt ausverkauft und die Nachfrage nach den Karten stieg von Jahr zu Jahr – und somit auch die Anzahl der Aufführungen. Mittlerweile wird ein Stück im Rahmen von 7 Vorstellungen an zwei Wochenenden dargeboten. Jeder Vorstellung können ca. 120 Zuschauer beiwohnen.

Aber auch der Nachwuchs meldete sich zu Wort. Immer mehr Kinder zeigten Interessen daran, Theater zu spielen. Und so wurden im Jahr 2004 die „kleinen Martinis“ ins Leben gerufen, die im gleichen Jahr mit dem Stück „Räuber Hotzenplotz“ ihr Debüt gaben und auch seither mit jährlichen Aufführungen Klein und Groß gleichermaßen begeistern.

Sowohl die „großen“ als auch die „kleinen Martinis“ befinden sich in der Trägerschaft des Pfarrgemeinderates der Pfarre D’horn. Alle Einnahmen aus den Vorstellungen und Spenden werden vollständig für „den guten Zweck“ zur Verfügung gestellt (natürlich nach Abzug der Kosten). Jahr für Jahr wird neu entschieden, wer mit einer Spende bedacht werden soll. So können die Schauspieler gleich zweimal etwas Gutes tun: Zum einen sorgen sie mit den Aufführungen für einen schönen, kurzweiligen und lustigen Abend. Zum anderen können sie mit ihrer Spende dort ein wenig helfen, wo Not ist.

Es ist natürlich sehr viel Arbeit, bis es zu so einer Aufführung kommen kann. Im Herbst müssen zuerst einmal Stücke gelesen und bewertet werden. Hier sind zum einen Hinweise von befreundeten Theatergruppen hilfreich – aber auch die Recherche im Internet (vor allem bei professionellen Verlagen) hat sich immer mehr als große Theaterstück-Quelle erwiesen.

Bis man ein Stück gefunden hat, das sich als möglicher „Knüller“ herausstellen könnte, müssen oft 10-20 Stücke gelesen werden.

Anschließend wird das Stück – nach Einwilligung durch den Verlag –  in Schlicher Mundart umgeschrieben, denn gerade das ist ein Markenzeichen der „Martinis“: es werden ausschließlich Komödien in Schlicher Platt zur Aufführung gebracht.

Das Umschreiben übernimmt Maria Mayer, die auch später für die Regie verantwortlich zeichnet. Viel Arbeit – denn es handelt sich hierbei immer um ca. 50-60 Seiten.

Im März wird dann meist mit den Proben begonnen, die sich bis zu den Aufführungen im Oktober über das ganze Jahr hindurch regelmäßig hinziehen.

Die Stücke der letzten Jahre

Eren, erus - vell Dorrjenee bei ons zuhuus (2017)

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Nach knapp fünfundzwanzig Ehejahren hat auch bei Willi und Gisela Eiermann der Alltag die Leidenschaft erlahmen lassen. Damit Willis erotische Sinne wieder erwachen, hat sein Kumpel Paul die glorreiche Idee, eine Anzeige im Internet aufzugeben, um ein diskretes Treffen mit einer der Bewerberinnen zu organisieren. Logisch, dass Willis Gattin von diesem Vorhaben nichts erfahren darf. Ohne dass die beiden Helden es ahnen, plant Giselas Freundin Waltraut fast zur gleichen Zeit das gleiche wie Paul und Willi. Sie möchte damit erreichen, dass ihre beste Freundin endlich wieder Schmetterlinge im Bauch spürt. Zu dumm, dass die beiden unerfahrenen Fremdgeher aus Versehen ihre Adresse zusammen mit der Annonce gleich mit veröffentlichen. Bald steht die Klingel bei den Eiermanns nicht mehr still, und die Verehrer geben sich die Klinke in die Hand. Dass ausgerechnet jetzt Willis Schwiegermutter Ilse ihre Tochter besucht, macht die Situation auch nicht gerade unkomplizierter. Sie hat auf der Fußgängerzone des Städtchens eine seltsame Dame kennengelernt, die einer Sekte angehört und Ilse nicht mehr aus den Klauen lassen will. Die Situation läuft komplett aus dem Ruder, als Einbrecher Ede sich ausgerechnet die Wohnung der Eiermanns für einen Bruch aussucht und leicht hinein, aber nicht mehr heraus kommt. Eine rasante Tür-auf-und-Tür-zu-Geschichte mit einem überraschenden Ende.

 

Die Schauspieler
Willi Ein im Grunde eher biederer Ehemann, der gerne einmal wieder ein gewisses Kribbeln im Bauch spüren möchte. Rudi Schoenen
Gisela Genauso solide wie Willi, aber durch ihre beste Freundin Waltraut einem erotischen Abenteuer nicht abgeneigt. Josi Bröder
Ilse Mutter von Gisela, die deren Mann Willi einfach nicht ausstehen kann und ihn dies auch bei jeder Gelegenheit spüren lässt. Adelgunde Düren
Paul Bester Freund von Willi und von seiner Ex-Frau Waltraut getrennt. Er will Willi davon überzeugen, dass ein Leben als Single Spaß machen kann. Wolfgang Mohren
Waltraut Ex-Frau von Paul und ihm nicht gerade wohlgesonnen, weil der es mit den Unterhaltsleistungen nicht immer so genau nimmt. Diana Engelmann
Ede Ein Gauner der zu seinem Leidwesen feststellen muss, dass das Einbrechen in eine Wohnung manchmal leichter ist, als aus ihr wieder herauszukommen. Martin Kuckertz
Lolita Ein heißer Feger, der immer dann bei Willi auftaucht wenn er nicht alleine ist. Sie ist eine Frau, die sehr schnell zur Sache kommen kann. Martina Krieger
Isidore alias Rudschi Wischni: Eine Jüngerin des sogenannten „Erleuchteten", die Ilse unbedingt zu ihrem Glauben bekehren will. Christina Düren-Schnitzler

 

Regie: Maria Mayer

Souffleusen: Marga Leuchtenberg, Maria Mayer

Wer Lotto spellt in Schlich - widd irjendwann och rich (2016)

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Tante Rosels größtes Hobby ist das wöchentliche Lottospiel in Elfriedes Lottoladen. Im Laufe der Jahre hat die Seniorin eine regelrechte Spielsucht entwickelt. Mit Rätseln, Kartenspielen, Lotto oder sonntäglichen Rennquintetts haut sie oft fast ihre gesamte Rente auf den Kopf. Klar doch, dass es da im Hause Böckel des Öfteren kracht, aber das Altertümchen lässt sich nicht beirren. Rosels Wahlspruch lautet, wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Und eines Tages soll sie damit Recht behalten. Sie landet im Lottospiel den ultimativen Supergewinn und knackt den Jackpot von 7,5 Millionen.

Doch was zu viel ist, ist zu viel. Bei der telefonischen Glücksüberbringung und der Ankündigung des Lottobeauftragten Glückauf trifft Tante Rosel der Schlag. Die gesamte Familie, die sich bereits im Glücksrausch ausgemalt hat, was man mit so viel Geld denn alles anfangen könnte, sieht den Gewinn wieder entschwinden.

An Tote wird bekanntlich ja nichts ausbezahlt.

Wie könnte man also diesen Herrn Glückauf von der Lottozentrale überlisten, um doch noch an die 7,5 Millionen zu kommen.
Fieberhaft wird überlegt und Ideen sofort in die Tat umgesetzt. Als Herr Glückauf von der Lottozentrale samt Geldköfferchen endlich eintrifft, scheint der Familienplan aufzugehen. Doch dann ist Rosels Lottoschein wie vom Erdboden verschluckt und mit ihm Tante Rosel!

Die Schauspieler
Tante Rosel ca. 70 Jahre, rüstig, quirlig, lebendig und spielfreudig Adelgunde Düren
Hermann Böckel ihr Neffe, Bauer, sehr gutmütig Rudi Schoenen
Otti Böckel seine Frau Josi Bröder
Eberhard Böckel Neffe, oberschlauer Lehrer Martin Kuckertz
Olinka Böckel seine Frau, wesentlich jünger Christina Düren-Schnitzler
Elfriede Emsig neugierige Inhaberin des Lottoladens Diana Engelmann
Karl Buntig Knecht bei Böckels Wolfgang Mohren
Fritz Glückauf Überbringer des Gewinns, Herr von der Lottozentrale Siegmar Alfes
Pastor Gottlob geht mit seiner Sparbüchse von Haus zu Haus Max Mayer